Sonntag, 26. Januar 2014

Ich bin zwar unendlich müde ...

... aber so ein bis zwanzig Worte zum ersten Spieltag der Rückrunde müssen dann doch sein, finde ich.

Der FC Bayern tut also, was er immer so tut. Gewinnt. Ohne Dreierkette, dafür mit falscher Neun, weil Mandzukic im Training nicht ganz so engagiert war, wie sich der Pep das vorstellt.

Und wir Medien freuen uns, weil wir (ja "wir" - ich zähl mich da jetzt einfach mal ganz frech dazu) uns immer freuen, wenn wir einmal über etwas schreiben können und uns nicht die tausendste Lobhudelei auf diese wunderbare Mannschaft aus den Rippen leiern müssen. Also, nicht, dass ich nicht jedes Mal Spaß dabei hätte, aber trotzdem irgendwie schön, mal wieder Diskussionsstoff zu haben.

Worüber ich persönlich mich sehr unglaublich wahnsinng freue ist das 2:2 zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg. Weil geil halt. Für Augsburg.

Allerdings tut mir der BVB und vor allem der ein oder andere Spieler doch ziemlich leid. Diese Verletzungspechscheiße (Excuse my French) ist so verdammt bitter. Klar will ich, dass Bayern Meister wird, aber Gegenwehr wäre schon schön. Und da waren die Dortmunder der letzten Jahre doch verdammt geeignet dafür. Aber klar, wenn Dreiviertel der Abwehr mit gerissenen Bändern auf der Tribüne sitzen muss, wie soll das dann noch gehen.

Deshalb an dieser Stelle von Herzen gute Besserung an den neu-verletzten Kuba!

Und was gibt es sonst noch?

Achja, ich war im Sport1-Doppelpass. Als Zuschauerin. Als Expertin laden sie mich leider noch nicht ein.

Und ich habe mein eigenes Wasser getrunken.




In dem Video sieht man mich übrigens auch. Aufregend, oder?

Freitag, 24. Januar 2014

Oh Gott, endlich!

Ich mag den Winter nicht besonders. Es ist kalt draußen und ständig dunkel. Weihnachten ist meistens recht stressig und zu allem Überfluss werde ich im Januar auch immer ein Jahr älter.

Aber das eigentlich Gemeine ist, dass man sich von dieser ganzen Pfui-Deifi-Stimmung nicht einmal mit der Bundesliga ablenken kann. Immerhin hindert mich die  Premier League daran, völlig durchzudrehen (An dieser Stelle: Ein Hoch auf die Engländer!).

Doch heute ist die Zeit der grauen Wochenenden vorbei. Yeah! Und wenn ich ergänzen darf: Yeeehaaa!

Heute also Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern. Und morgen dann Borussia Dortmund gegen den FC Augsburg.

Aufregend.

Ich habe ja etwas Angst, dass Pep Guardiola das mit der Dreierkette noch einmal ausprobieren könnte. Fand ich gegen Salzburg jetzt nicht direkt überzeugend. Also gar nicht. Aber so verrückt wird der Pep schon nicht sein.

Bei Augsburg hab ich lustigerweise überhaupt keine Angst. Die können gegen Dortmund ja eh nur gewinnen. Alles andere wäre keine Überraschung. Normal halt. Aber wer weiß. Weinzierl meint ja, der FCA wird morgen alles raushauen, was sie haben. Und der muss es ja wissen. Und der BVB ist ja nicht so brutal geil drauf, hab ich gehört.

Ich schau übrigens gerade die Wiederholung vom Champions-League-Finale. Das Bayern-gegen-Dortmund-Ding. Because that's the kind of freak I am.

Sonntag, 19. Januar 2014

It's coming home...

... ich war lang weg. Weiß ich doch. Der arme kleine Blog wurde schwer vernachlässigt. Das tut mir leid.

Und das, wo 2013 eigentlich das perfekte Fußball-Jahr für mich war. Falls sich noch irgendjemand erinnert, meine beiden Home-Teams (ja, das ist Slang für "Mannschaften, die mir am Herzen liegen") der FC Bayern München und der FC Augsburg haben einfach mal abgeräumt, was abzuräumen war. Jede Mannschaft auf ihrem Level. Und was hab ich mich gefreut über diesen Champions-League-Sieg und den Klassenerhalt.

Tränen sind geflossen. Doch wirklich! Ich bin eben doch ein Mädchen. Aber allein dieses fassungslos freudige Gesicht von Arjen Robben nach seinem Tor gegen Dortmund. Leute, da krieg ich immer noch Gänsehaut nur vom Drandenken.

Ich weiß nicht, ob es vielleicht der ein oder andere mitbekommen hat, aber ich habe es inzwischen tatsächlich geschafft, Schreiben und Fußball zu meinem Beruf zu machen. Das ist auch der eigentliche Grund, weshalb der Blog so gelitten hat.

Aber ich bin fest entschlossen, ihn wieder zu rehabilitieren. Alle lebenserhaltenden Maßnahmen wurden eingeleitet. Mund-zu-Mund (ganz wie damals Samy Kuffour bei Oliver Kahn), Herzmassage und in der stabilen Seitenseitenlage ist er auch.

Der Grund dafür? Nun ja, ich vermisse das Fan-Mädchen in mir. Die kindliche Freude beim Anblick eines schönen Tores oder eines hart erarbeiteten Sieges. Ihr wisst schon, der ganze Spaß, weshalb man Fußball eigentlich anschaut. Leider kommt das im beruflichen Alltag manchmal etwas zu kurz. Also zumindest die Verschriftlichung. Und des wegen heißt es ab sofort:

"Shanklys Erben" is back, bitches! 

Und weil es so schön war, hier ein paar meiner persönlichen Highlights aus 2013:
(Äh, ja eh klar...)

(Zlatan wird langsam aber sicher zur Obsession für mich)

(Ein speziell schöner Tag. Auch Wettertechnisch und so)


Samstag, 24. November 2012

Ich bin ein Gomez-Fan

Ei, wie konnte mir das denn passieren? Da red ich immer von Mädchen, die nur Fußball schauen, weil der Schweini oder der Poldi oder wer auch immer so toll ist, und dann beginne ich einfach einen Spieler zu vergöttern, der diesen Sexsymbolstatus in seiner Reinform verkörpert: Mario Gomez.

Hoffentlich nimmt mich jetzt überhaupt noch jemand ernst.

Aber wie toll ist dieser Kerl überhaupt? Ist gefühlt jahrelang verletzt, wird dann gegen Hannover eingewechselt und macht einfach mal gleich beim ersten Ballkontakt ein Tor. Wie soll man da nicht dahinschmelzen?

Man könnte es mir zu Gute halten, dass ich offenbar immerhin aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten derart von ihm eingenommen bin, dass ich ihn vom Fleck weg heiraten würde, aber das interessiert wahrscheinlich niemanden. Und ich gebe es zu, ich halte Ribery auch für einen hervorragenden Fußballer, aber heiraten würde ich ihn nicht.

Mmmhhh, darüber will sinniert werden. Oder auch nicht.

Donnerstag, 15. November 2012

Aus gegebenem Anlass...


Man kann Zlatan Ibrahimovic viel vorwerfen. Es umweht ihn ständig ein leichter Hauch der Arroganz - aber wirklich nur ein ganz leichter Hauch. Eventuell ist er auch ein bisschen sexistisch. Auf die Frage einer Reporterin "Sind Sie schwul, Herr Ibrahimovic?" antwortete er "Komm mit zu mir nach Hause und ich zeige dir, ob ich schwul bin. Und nimm auch gleich deine Schwester mit.". Kann man mal machen - muss man aber natürlich nicht.

Es kann auch sein, dass er seinen Superstar-Status in einer Art auslebt, die ein klitzekleines Bisschen an Großkotzigkeit erinnert. Erst vor kurzem überlegte er das Hotel, in dem er in Paris wohnt, einfach zu kaufen. Wer hat, der hat, oder so.

Aber wenn dieser Kerl auf dem Fußballplatz steht und wenn er dann auch noch so ein Jahrhunderttor schießt, wie gegen England, dann verzeih ich ihm einfach alles. Mach, was du willst, lieber Herr Ibrahimovic. Für dieses Tor, werde ich auf ewig dein Loblied singen!


Dienstag, 13. November 2012

Der wohl ehrlichste Artikel...

....den ich je geschrieben habe.

Mein Leben geht weiter

Aber ich habe etwas ausgelassen: Nämlich wie sehr mir der Fußball geholfen hat. Er war das einzige Stück Realität, das allein mir gehört hat. 90 Minuten helfen vergessen - zwar nur über diese Zeitspanne, aber immerhin. In so einer Lage ist man für alles dankbar.








Mittwoch, 17. Oktober 2012

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen...


"Football is a simple game where 22 men kick a ball about for 90 minutes and at the end, the Germans lose a 4 goal lead!"

Danke Gary Lineker für diese äußerst treffende Analyse.

(Gut, dass es mir wurscht ist)

Dienstag, 16. Oktober 2012

Wenn Hirn und Herz kooperieren

Irgendwas muss mit mir passier sein im Sommer. Irgendwann in dieser schier endlos dauernden Sommerpause muss mein Gehirn oder mein Herz oder beides in selten vorkommender Kooperation beschlossen haben, dass mir ab sofort die deutsche Nationalmannschaft herzlich egal ist.

Ich sitze (fast) vollständig emotionslos vor dem Fernseher und sehe, wie sich Reus, Schweinsteiger, Schmelzer in den weißen Trikots mit dem Adler auf der Brust gegen die Färöer, Österreich oder Irland abplagen. Von dem 6:1-Sieg der Deutschen gegen Trapattonis Iren bleibt der bittere Beigeschmack der ersten Halbzeit, als ich noch dachte, der Dortmunder Marko Reus könnte der einzige Torschütze dieser Partie bleiben. Der mehr denn je präsente Bayern-Fan in mir sah schon die Schlagzeilen des nächsten Tages: "BVB-Zauberer besiegt Irland im Alleingang. Bayern-Spieler blass." Danke Toni Kroos, dass du mir diesen Horror erspart hast.

Warum mir der Vereinsfußball so viel mehr gibt, als die DFB-Elf, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich noch nie besonders patriotisch war und es wohl auch nie sein werde. Aber vielleicht liegt es gar nicht daran. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Leute nicht verstehen kann, die sich nur Spiele der Nationalmannschaft ansehen. Erstmal sind es viel zu wenige. Wie soll man denn eine leidenschaftliche oder von mir auch auch nur semi-leidenschaftliche Beziehung zu einer Mannschaft aufbauen, wenn ich sie vielleicht zehnmal im Jahr spielen sehe? Und wie will ich die Leistung einzelner Spieler bewerten, wenn ich gar nicht weiß, wie sie sich in ihren Vereinen schlagen? Da schleicht sich bei mir das Gefühl ein, diesen Menschen geht es mehr um das Event "Fußball" als um das Spiel an sich.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich mit meinen 25 Jahren schon als alter Grantler oute, aber: I mog des ned. Wenn es um Fußball geht, kenne ich nur eine Devise: Ganz oder gar nicht. Entweder ich mag Fußball und schaue mir gerne jeden Tag Fußballspiele an, oder ich lass es bleiben. Punkt. Oh mein Gott, bin ich ein harter Hund heute.

Ich will aber natürlich niemandem verbieten, die Spiele der Nationalelf zu verfolgen. Kann ich ja gar nicht. Noch ist die Weltherrschaft ein Stück weit entfernt. Also rennt ruhig alle dem Bundes-Jogi die Tür ein. Betrinkt euch und liegt euch nach einem rumpeligen 2:0-Sieg gegen Kasachstan in den Armen. Es ist mir völlig egal.

Und überhaupt, heute ist ja erstmal Fußball: Deutschland gegen Schweden.

Sonntag, 2. September 2012

Ulli Potofski - mein Held

Ulli Potofski, du bist mein Held. Diese weiche Stimme, mit der du jedes noch so fade Fußballspiel in ein besonderes Licht tauchst, deine absolute Ehrlichkeit und der Elan, mit der du an jede Partie herangehst.

Du freust dich auch, dass du endlich mal nach Regensburg darfst. Obwohl das Wetter Mist ist und, nun ja, die Regensburg- und Bochum-Fans mögen mir diese Bemerkung verzeihen, Regensburg gegen Bochum spielt.

Aber auch dieser Situation kannst du etwas abgewinnen. Ich bin mir sicher, du spricht jedem der anwesenden Journalisten aus der Seele, wenn du sagt: "Eigentlich ein genialer Reporterplatz hier. Man schaut die ganze Zeit auf eine Brauerei und freut sich auf das Bier nach dem Spiel."

Lieber Ulli, ich würde auch gerne mal mit dir ein Bier trinken gehen. Aber vielleicht nicht in Regensburg, auch wenn du gehört hast, dass das eine sehr schöne Stadt sein soll. Vielleicht kannst du mir beibringen, wie man in jeder Lebenssituation eine solche tiefe, innere Gelassenheit ausstrahlen kann.

Montag, 6. August 2012

Es ist Sommerpause. Wo kommt also der Stress her?

Ist ja eigentlich auch egal. Er ist da und deswegen bin ich zur Zeit wieder blog-faul.
Wer trotzdem etwas von mir lesen will, muss das auf anderen Portalen tun.
Hier eine Linkliste meiner Veröffentlichungen der letzten Tage:

Zur Sommerpause:
http://www.gmx.net/themen/sport/fussball/1liga/209f574-111-tage-hoelle

Zu Gomez:
http://www.gmx.net/themen/sport/fussball/1liga/589h8rm-gomez-druck

Zu 1860 (Es überrascht mich selbst, dass ich auf einmal über den Erzrivalen schreibe):

http://bundesligafootball.co.uk/2012/08/1860-munich-start-campaign-with-derby/

http://bundesligafootball.co.uk/2012/08/kiraly-is-the-lions-saviour-in-derby/




Montag, 9. Juli 2012

The Sammer of Love

Ich wollte ein bisschen warten, bis ich etwas über das neue Mitglied der Bayern-Familie schreibe, damit ich ein bisschen Abstand gewinnen, vielleicht auch weniger emotional über die Geschehnisse berichten kann.

Hat nicht funktioniert. Es wühlt mich auf, es verwirrt mich. Ein ehemaliger Dortmunder soll der Heilsbringer sein. Es ist ja nicht direkt so, als hätte ich irgendwas gegen den Herrn Sammer. Wenn ich so darüber nachdenke, war er mir bisher eigentlich sogar ziemlich egal. Ich hab mir gar keine Gedanken über ihn gemacht. Genauso wenig, wie über Herrn Nerlinger, mal so nebenbei. Wobei ich es schon herzergreifend fand, wie sehr er sich optisch an Uli Hoeneß angepasst hat.

Ich glaube, ich bin einfach überrascht, weil ich Sammer nie mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht hätte. Aber ich bin bereit, mich überzeugen zu lassen.

Ich rufe hiermit den "Sammer of Love" aus. Ich werde alle Entscheidungen, die in diesem Sommer getroffen werden, umarmen. Ich werde sie fest in meinen Armen halten und noch fester daran glauben, dass sie nach besten Wissen und Gewissen getroffen wurden und nur das Allerbeste für den Verein bedeuten. Kein Pessimismus mehr! Jetzt wird alles gut.

Und was ich so aus der Pressekonferenz bei der Vorstellung des neuen Messias gehört habe, sind auch Uli Hoeneß und Matthias Sammer ganz verliebt ineinander. "Wir haben uns bei einer Flasche Wein einander angenähert", war da aus beider Munde zu vernehmen. Da geht mein Frauen-Herz auf. Bro-Love, wie es im Englischen so schön heißt - und das beim FC Bayern. Love, Peace and Harmony.

Aber nicht auf dem Platz, denn da werden jetzt keine Ausreden mehr akzeptiert. Jetzt wird wieder mit Syndesmosenbandrissen und Pferdeküssen Fußball gespielt. Ein bisschen Eisspray drauf, dann geht das schon. Und mit emotionalen Problemen braucht gar keiner mehr kommen. Jetzt wird Fußball wieder Männersport. Und das alles dank Sammer. Hach!

Sonntag, 1. Juli 2012

EM-Tagebuch: Quo vadis, Bundes-Jogi?

Es war, wie alles bei dieser EM, sehr vorhersehbar. Die deutsche Mannschaft scheidet gegen Italien aus, im Halbfinale und in Deutschland bricht, angefeuert von den fröhlichen Schreiberlingen der Sensationsmedienzunft und den noch fröhlicheren Experten der Fußballwelt, die unvermeidliche Trainerdiskussion los. Der bis dahin allseits geschätzte, überaus beliebte, omnipräsente Bundes-Jogi soll jetzt auf einmal nicht mehr gut genug sein. Und das wegen "völlig unverständlichen" (Zitat des mistgabel-schwingenden Mobs) Wechseln in der Aufstellung des Italien-Spiels.

Kurz zur Erinnerung:: Anstelle von Klose spielte Mario Gomez, zweitbester Torschütze der Bundesliga.So ganz kann ich nicht verstehen, wie dieser Wechsel Kritik hervorrufen kann, aber irgendwie will scheinbar niemand den Gomez für die Nationalmannschaft stürmen sehen. Vermutlich liegt es daran, dass er so gut aussieht.

Wechsel Nummer zwei: Podolski statt Reus. Das ist für mich ein viel grundsätzlicheres Problem. Warum Podolski trotz seit Jahren eher mittelmäßigen, jedenfalls nicht überragenden Leistungen beim Fahrstuhl-Verein seines Herzens stets ohne auch nur einen Hauch von Gegenwind wieder und wieder für die Nationalmannschaft nominiert wird, erschließt sich mir kaum. Ich habe ein bisschen das Gefühl, Löws Festhalten an Prinz Poldi hängt mehr mit einem romantisierten Sommermärchen-Nostalgiegefühl zusammen, als mit der tatsächlichen Leistung auf dem Platz.

Wechsel Nummer drei: Kroos statt Schürrle statt Müller. Bei diesem Wechsel sehe ich überhaupt kein Problem. Müller hat in Ordnung gespielt (im Vergleich zu seinen fulminanten Auftritten 2010 natürlich ein Schatten seiner selbst, aber trotzdem ok), Schürrle war definitiv stärker, aber überragend ist auch was anderes. Man kann es Löw nun wirklich nicht übel nehmen gegen die Italiener zumindest auf einer Position auf den Überraschungseffekt zu setzen. Und Kroos hat seinen Einsatz durch seine konstant guten Leistungen beim FC Bayern in dieser Saison durchaus gerechtfertigt. Der Kerl ist immerhin dreimal Zweiter geworden, so schlecht kann der nicht sein.

Was man Jogi Löw tatsächlich anlasten kann, ist - und wie sehr schmerzt es mich als Bayern-Fan das zugeben zu müssen - wie wenig Chancen er den jungen Dortmundern gegeben hat. Ich hätte gerne mehr von Götze und auch Bender gesehen. Reus, den ich ab sofort auch zu den Dortmundern zähle, gehört zwar  eindeutig zu den Gewinnern des Turniers, hätte aber gerade deshalb noch mehr Einsatzzeiten verdient gehabt.

Mmmmmhhhhh, hatte ich vorher "kurz zur Erinnerung" geschrieben? Ich meinte natürlich: lang und ausführlich und voller Subjektivität zur Erinnerung.

Dann fass ich mich jetzt einfach kurz: Ich finde es ist eine Unart, Trainer in einem Moment hochzujubeln und im nächsten zu verteufeln. Ich finde Jogi Löw sollte bleiben, denn ein verloren gegangenes Spiel alle zwei Jahre rechtfertigt noch keine Kündigung - so schmerzhaft diese Niederlagen für eine Nation, die so gerne im Glanze dieses Glückes blühen würde, auch sein mögen.

Und mal ganz davon abgesehen, will ich gar nicht wissen, wie viel Geld es den DFB kosten würde, Löw und seinen Trainerstab vorzeitig zu entlassen.

Freitag, 29. Juni 2012

EM-Tagebuch: Ach, Mario

Menschen, die mich näher kennen, wissen, dass ich seit einiger Zeit eine gewisse Bewunderung für Mario Balotelli hege. Ach was, ich will ihn heiraten. Ich will am Abend zuhause sitzen und darauf warten, dass er nachhause kommt und mir erzählt, was er an dem Tag wieder angestellt hat. Ich halte ihn für den unterhaltsamsten Profi unserer Zeit. Und ganz nebenbei natürlich auch für einen grandioser Fußballer.

Ich habe während dieser EM viel mit Italienern diskutiert. Eine Frage, die immer aufkam, war "Balotelli  oder di Natale im Sturm?". Während die Italiener fast geschlossen der Meinung waren, Balotelli würde sein Potential nicht abrufen und di Natale wäre die weitaus bessere Variante, habe ich ihnen stets widersprochen. Denn allein Balotellis körperliche Vorteile begründen schon seine Aufstellung. Während seine Mitspieler, nun ja, eher italienisch gebaut sind, besticht er durch eine Bulligkeit, die es ihm erlaubt, sich auch gegen große, böse, furchteinflössende Abwehrspieler ohne größere Probleme durchzusetzen. Gepaart mit seiner Qualität am Ball, macht ihn das zu einer der größten Waffen, die das italienische Team besitzt.

Das weiß Trainer Prandelli und das weiß seit gestern auch die deutsche Nationalmannschaft. Das hätte ihnen aber auch mal jemand früher sagen können. Naja, zumindest können wir nicht wieder Zweiter werden. Die Bayern-Spieler dürfte es freuen.

Für mich stellt sich nach dieser Saison allerdings die Frage, weshalb die Teams, die ich unterstütze stets in den wichtigen Spielen versagen. Seriously, why always me?

Donnerstag, 28. Juni 2012

EM-Tagebuch: Ghupft wia gsprunga

Gehüpft wie gesprungen. Völlig egal. Einfach nur wurscht. Das ist es.

Ich hatte noch kurze Zeit gedacht, ich hätte lieber Portugal im Finale gesehen als Spanien. Dieses fixe Idee war aber eher aus einer diffusen Angst heraus geboren, Deutschland könnte gegen Spanien eine erneute Schmach erleiden. Jetzt muss ich mit einem Schulterzucken sagen: Eh. Nach dem gestrigen Halbfinale der Spanier gegen die Portugiesen muss nämlich festgehalten werden, dass beide auf dem gleich hohen Niveau gleich wenige Torchancen fabriziert haben. Beide standen sich gegenseitig mehr auf den Füßen herum, als man das von ihnen sonst gewohnt ist und beide konnten gestern eigentlich kaum überzeugen. Auf sehr hohem Niveau.

Für die Deutschen (oder die Italiener, ich will ja nicht zu überheblich wirken) war das gestrige Spiel eine interessante Lehrstunde im Zerstören des spanischen Tiki-Taka-Fußballs. Wo man sich scheinbar weiter genüsslich zurücklehnen kann, sind Ecken aller Art. Nur auf eines gilt es Rücksicht zu nehmen, langsam aber sicher sind sich die Spanier nicht mehr zu schade auch aus der zweiten Reihe zu schießen. Bisher kommen die Bälle zwar noch nicht an, aber sie haben ja noch bis Sonntag Zeit zu üben.

Und dann haben die Spanier tatsächlich noch einen Trumpf im Ärmel: Fernando Torres. Gestern von Trainer Vincente del Bosque schmählich auf die Bank verbannt, wo er die gesamten 120 Minuten mit einem derart angefressenen Gesicht vor sich hin miesepeterte, könnte er im Finale der entscheidende Faktor sein. Verwundete Tiere sind bekanntlich am gefährlichsten und ich könnte mir vorstellen, dass del Bosque auf eine Trotzreaktion des schönen Fernandos für das Finale hofft. Wenn das klappt, wäre es ein psychologischer Geniestreich gewesen. Vielleicht lässt er ihn aber auch ganz draussen. Bei diesen Trainerfüchsen weiß man ja nie.

Und während sich Christiano Ronaldo noch die Tränen trocknet, muss die deutsche Nationalmannschaft heute Abend erstmal Rache nehmen für 2006. Ich habe Angst.

Dienstag, 26. Juni 2012

EM-Tagebuch: Was zu erwarten war

Also ich muss schon sagen, diese EM hält wirklich keine großen Überraschungen bereit. Der einzige "Aussenseiter", Griechenland, wurde von der deutschen Mannschaft aus dem Turnier gekegelt. "We paid for your tickets", sollen die deutschen Fans ihren griechischen Gegenstücken laut englischer Presse an den Kopf gesungen haben. Auch das ist wenig überraschend.

Die englische Mannschaft jedoch übertrifft was das Erfüllen von Erwartungen angeht, alle Erwartungen. Sie tut nämlich genau das, was von einer englischen Nationalmannschaft erwartet. Vor jedem großen Turnier übertreffen sich die englischen Medien mit Tiefstapelei. Jedes noch so kleine Detail, das gegen einen Erfolg der "three lions" sprechen könnte, wird herausgesucht, jede noch so unwichtige Statistik bemüht. Die englische Mannschaft startet dann holprig, jedoch bemüht in das Turnier und gewinnt mindestens zwei der drei Gruppenspiele. Glücklich zwar, aber immerhin.

Genau dieses Glück stimuliert im Gegenzug die Presse ihren Kurs zu ändern. Vielleicht hat all die Jahre einfach das Glück gefehlt? Das wäre eine Erklärung, denn man hatte ja nie eine schlechte Mannschaft. In einem Londoner Pub wird mir erklärt, das Glück komme immer gebündelt. Erst habe man sich gegen Frankreich im Rennen um die Olympischen Spiele durchgesetzt, dann gewinnt mit dem FC Chelsea eine englische Mannschaft die Champions League (es schmerzt immer noch) - der Gewinn der Europameisterschaft wäre nur eine logische Konsequenz dieses "streak of luck".

Womit wir am Tag des Viertelfinales angekommen sind. Es geht gegen Italien. Ein Team, das bisher auch nicht glänzen konnte, aber immerhin einen großen Namen hat - so jedenfalls die gängige Meinung auf den Straßen Londons. Die Stimmung ist angespannt. Zuviel Optimismus wird so kurz vor Anpfiff dann doch nicht gerne gesehen. Auch die BBC, die das Spiel überträgt, versucht sich als Stimmungsdämpfer. Zu Beginn werden all jene Bilder gezeigt, die Englands Ausscheiden in diversen Viertelfinals der EM zeigt. Man sieht weinende Männer, leere Blicke, verschossene Elfmeter. Fast möchte man weinen. Dann ein Lichtblick. Der Moderator kündigt Bilder der Triumphe an. Doch im selben Atemzug folgt der Dämpfer: "We had to go a bit further back into the past for that." England hatte also seine "glory days", sie liegen nur wahnsinnig weit in der Vergangenheit. So erzeugt man Euphorie.

Niemand singt im Pub. Es sind leise Stimmen zu hören. Die Chancen der Engländer werden mit dem nötigen Ernst diskutiert. Die kleine italienische Meute, die sich ebenfalls im Pub eingefunden hat, macht einen deutlich optimistischeren Eindruck. Jürgen Klinsmann ist Experte im englischen Fernsehen. Sachen gibt's.

Dann beginnt das Spiel. Nach den ersten 45 Minuten hat man das Gefühl, für England wäre tatsächlich noch alles drin. Rooney & Co. spielen überraschend gut. Doch schon in Hälfte zwei, so um die 60. Minute herum, geben sie das Spiel aus der Hand. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, weshalb Mannschaften manchmal einfach aufhören Fußball zu spielen. Ohne ersichtlichen Grund. Einfach so.

Englands Trainer Roy "die Eule" Hodgson versucht dem Elend entgegenzusteuern. Eigentlich als "saftey-first-Roy" verschrien, bringt der sonst so sicherheitsbewusste Hodgson Offensivkraft um Offensivkraft auf das Feld. Doch auch Carroll und Walcott können nicht verhindern, dass England in das gefürchtete Elfmeterschießen muss. Und dabei können sie eigentlich noch von Glück reden. Wie es ein italienischer Fan sehr treffend beschrieben hat: "When they had the ball, they looked like ladies going shopping. They didn't run anymore." Ein Zug zum Tor sieht in der Tat anders aus. Klinsmann macht übrigens die fehlende Fitness verantwortlich. Aber auch das ist nicht überraschend.

Das Ende vom Lied: England verliert im Elfmeterschießen, wie sie schon so viele Elfmeterschießen verloren haben. Die englischen Fans verlassen fluchtartig das Pub, während die Italiener mit südländischer Ausgelassenheit feiern. Im Weggehen raunt mir ein Engländer zu: "I'm supporting Germany now..."

Samstag, 23. Juni 2012

EM-Tagebuch: Das ging aber schnell

Kaum ist man mal ein paar Tage weg, schon steht Deutschland im Halbfinale der Europameisterschaft. Falls sich tatsächlich irgendjemand gewundert haben sollte, wo ich abgeblieben bin, ich war wandern. In Cornwall. Schön entlang der Küste. Das ließ sich solange mit der EM vereinbaren, wie ich in größeren Orten übernachtete, denn dort kann man auch Fußball schauen. Problematisch wurde es, als ich mich im letzten englischen Hinterland wiederfand, ohne Fernseher, ohne Handyempfang und mit dem Wissen, dass zur selben Zeit, in der ich mir zwangsläufig den Sonnenuntergang über dem Atlantik anschauen musste, England gegen die Ukraine ums Weiterkommen kämpfte. Folter.
Aber das liegt nun hinter mir, befinde ich mich jetzt doch in London. Einer Stadt, die vermutlich mehr Fernseher als Einwohner hat, und kann jedes Spiel gemütlich in einem Pub meiner Wahl verfolgen.

Gestern also das Spiel der Deutschen gegen Griechenland. Die Aufstellung für jemanden, der seit einer Woche keine Zeitung mehr in der Hand hatte, gelinde gesagt, überraschend. Gut, mit Klose hatte ich fast gerechnet, nachdem Mario "the pelvis" Gomez leider gegen Dänemark nicht getroffen hat, aber Schürrle und Reus in der Startelf hat mich dann schon ein bisschen aus den Socken gehauen. Geb ich hier ganz offen zu.

Die zweite Überraschung - wobei, vielleicht passt das Wort "Auffälligkeit" besser - die zweite Auffälligkeit des Abends war für mich die grandiose Leistung der Madrid-Spieler. Sami Khedira und Mesut Özil nahmen teilweise im Alleingang die griechische Abwehr auseinander. Äußerst beeindruckend. Zusammen mit der guten Leistung von Marco Reus und dem Tor von Miro Klose gerät mein schönes rotes Weltbild ganz schön ins Wanken. Die Nationalmannschaft auch ohne Bayern-Block erfolgreich? Sachen gibt's...

Freitag, 15. Juni 2012

EM-Tagebuch: You're still singing - how the Irish captured my heart

Es ist zwar ein wenig verfrüht, aber ich möchte schon an dieser Stellen den Preis für die besten Fans dieser EM vergeben. And the award goes to...Trommelwirbel...the Irish.

Es fällt mir schwer irgendetwas annähernd sinnvolles über den 4:0-Sieg der Spanier gegen die irische Nationalelf zu sagen, denn ich war von den engelsgleichen Chören, die über die gesamten 90 Minuten durch das Stadion hallten, derart gepackt, dass ich dem Spiel kaum Aufmerksamkeit schenkte.

Und das ging scheinbar nicht nur mir so. In den letzten Minuten des Spiels war von dem Publikum im Stadion keinerlei Reaktion  mehr auf das Geschehen auf dem Platz zu hören. Spanien kam gefährlich vor das Tor, doch nicht mal ein Raunen entwich den Lippen der Zuschauer. Viel zu packend war die Demonstration irischer Lebensfreude, die sich da in ihren Ohrmuscheln entfaltete. Dabei sein ist alles - ein Motto, das eigentlich mit den Olympischen Spielen assoziiert wird - von den irischen Fans in Perfektion vorgelebt.

Das Lied, das so enthusiastisch zelebriert wurde, heißt übrigens "Fields of Athenry" und handelt von der irischen Hungersnot zwischen 1846-1849.  Hier zum Nachhören.

Ihrem Trainer haben die Iren auch ein Lied gewidmet: "Once he was Italian, but he's Irish now. Ohhh Trapattoni"

Und wer jetzt immer noch nicht von den irischen Fans überzeugt ist, der nehme das! Humor haben sie nämlich auch noch:


Donnerstag, 14. Juni 2012

EM-Tagebuch: Hab ich's nicht gesagt.

Hab ich's nicht gesagt. Der Gomez. Was für ein Stürmer! Diese Drehung vor dem ersten Tor, der helle Wahnsinn! Mit einer Leichtigkeit, die seinesgleichen sucht. Wusste Mehmet Scholl etwa, dass dieser Gomez so reagieren würde auf diesen derart zugespitzt formulierten Spruch mit dem wundliegen. Wusste er es? Hat ihm Uli Hoeneß eingeflüstert: "Hey Scholli, bring mal so nen Spruch, dann schießt der Mario Deutschland zum Europameistertitel."? Es ist fast anzunehmen.

Was muss es für eine Genugtuung gewesen sein für den Gomez. Der Torschützenkönig der Bundesliga, Klaas-Jan Huntelaar bei den Niederländern nur auf der Bank, und er, er schießt einfach mal schnell zwei Tore. Und nach hinten hat er auch gearbeitet. Jetzt ist es vorbei mit Vize-Gomez. Gurken-Gomez ist tot.

Ui, da packt sogar mich die Euphorie so ein bisschen. Und das, wo ich doch überzeugte Vereinsfußball-Anhängerin bin. Aber ich hab ein gutes Gefühl. Und das will ausgekostet werden, solange es anhält.

Mittwoch, 13. Juni 2012

EM-Tagebuch: Scholli gegen Mario

Es ist das Duell der Herzensbrecher. Mehmet "Scholli" Scholl gegen Mr Oben-Ohne himself, Mario Gomez. Der Scholli war der erste Feldspieler, dessen Nummer meinen Rücken zierte. Sein schelmisches Grinsen und diese Lausbuben-Zähne haben mich stets in Wallung versetzt. Egal, was aus diesem Mund kam, ich wollte ihm uneingeschränkt recht geben. Das ging solange gut, wie Mehmet Scholl als aktiver Spieler tätig war und seine Aussagen zwar lustig, aber nicht von fußballerischer Brisanz waren.

Mein Lieblingszitat bis heute: "Eng."  (Auf die Frage wie es war, als Bundeskanzler Helmut Kohl die Europameister von 1996 in der Kabine aufsuchte.)

Doch nun ist aus Scholli Herr Scholl geworden. Er ist jetzt ARD-Experte und das macht ihn zu meinem natürlichen Feind. Über Experten hat man sich als Fan aufzuregen, weil sie selten das sagen, was man selbst denkt. Oder wenn man als Fan dasselbe gedacht hat, dann denkt man lieber mal ganz hurtig um.

Zu Mario Gomez hatte ich bisher kaum etwas, das man eine differenzierte Meinung nennen könnte. Ich begeisterte mich für seine Fähigkeit mit sämtlichen Teilen seines Körpers Tore erzielen zu können, machte mich über seine Frisur lustig und bewunderte sie doch insgeheim und war, wie es sich für ein Mädchen gehört, nicht unbeeindruckt von seinem Oberkörper. Vor allem, wenn ihm die Hose fast schon zu weit unten hängt. Was für eine Beckenpartie! Achja und ich halte ihn tatsächlich für den besten deutschen Stürmer derzeit. Punkt.

Es verblüfft mich, dass es der arme Kerl, wenn es um die Nationalmannschaft geht, scheinbar niemandem Recht machen kann. 2008 noch als "Gurken-Gomez" verspottet, schießt er nun endlich sein erstes Tor bei einem großen Turnier, köpft Deutschland zum Sieg gegen Portugal und wird dennoch kritisiert. Also ich wäre ja sowas von stinkbeleidigt, wenn ich der Gomez wäre. "Macht doch eure Scheiß-Tore allein", würde ich rufen und meine Fußballschuhe nach allem werfen, was sie bewegt. Ich würde mir eine Dartscheibe kaufen und Scholls Bild darauf kleben und dann immer ordentlich drauf zielen. Aber ich bin nicht Gomez. Der wirkliche Gomez bleibt cool und sagt  "Ich wüsste nicht, warum ich mich ändern sollte". Recht hat er.

Dieses Mal brauchen wir einen Mario Gomez, der zwar manchmal so wirken mag, als würde er sich "wundliegen" (So ein Schmarrn, Scholl. Also wirklich.) bzw. der manchmal nicht zu hundert Prozent ins Spiel eingebunden ist, aber dennoch, wenn es darauf ankommt, das Tor macht und damit mir und allen anderen Fans den Tag rettet. Sollte die Zeit des Hurra-Fußballs der deutschen Nationalmannschaft tatsächlich vorbei sein, es könnte die Zeit des Mario Gomez anbrechen.






EM-Tagebuch: Was ich noch zu sagen hätte...

zum Spiel Italien - Spanien: 

Was macht denn nur der Torres da? Den muss er doch machen! Aber natürlich, "Torres macht immer dasselbe. Legt sich den Ball vor und will dann rechts vorbei. Als Weltklassetorhüter musst du das wissen" (O-Ton Oliver Kahn). Hat mir meinen Tipp versaut, der Torres.

zum Spiel Irland - Kroatien: 

Hach, der Trapattoni. Dieser Mann kann mir an noch so schwarzen Tagen jederzeit ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Das nützt ihm aber natürlich herzlich wenig, wenn die irische Mannschaft sich weigert, wie ordentliche Italiener zu spielen. Drei Gegentore. The cat is so not in the sack right now.

zum Spiel England - Frankreich: 

Was hatte ich mich auf dieses Spiel gefreut. Ich war mir sicher, es würde "bloody" werden. Kein Rasenschach, ehrlicher Fußball. Ein Spiel, bestimmt vom Kampfgeist und hochkochenden Emotionen. Ich hatte dabei einen Faktor sträflicherweise außer Acht gelassen: Wayne Rooney, mein Herzensmensch, ist gesperrt. Es war kein schlechtes Spiel. Jedenfalls war es nicht so schlecht, wie es der Kommentator dargestellt hat: Ein Hauch von Gijon läge über diesem Spiel, die Mannschaften hätten sich mit dem Unentschieden abgefunden. Ich bin mir sicher, beide Teams hätten den Sieg allein aus Prestigegründen gerne mit nach Hause genommen. Haben sie aber nicht. Deshalb bleibt von diesem Spiel nur ein wahnsinnig schlechter Witz: Kennst du Wayne? - Rooney? - Nein, Wayne interessierts.
Ach, geschrieben wirkt er noch schlechter. Egal.